{"id":6868,"date":"2016-08-31T06:23:48","date_gmt":"2016-08-31T12:23:48","guid":{"rendered":"https:\/\/myfutureamerica.org\/?p=6868"},"modified":"2016-08-31T06:27:22","modified_gmt":"2016-08-31T12:27:22","slug":"wie-merkel-das-erbe-deutschlands-verspielt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/myfutureamerica.org\/?p=6868","title":{"rendered":"Wie Merkel das Erbe Deutschlands verspielt, Handelsblatt: \u0441\u0435\u0440\u0434\u0446\u0435 \u0433\u043e\u0441\u043f\u043e\u0436\u0438 \u041c\u0435\u0440\u043a\u0435\u043b\u044c \u0431\u044c\u0435\u0442\u0441\u044f \u0434\u043b\u044f \u0410\u043c\u0435\u0440\u0438\u043a\u0438"},"content":{"rendered":"<div class=\"vhb-article-author-table\">\n<div class=\"vhb-article-author-row\">\n<div class=\"vhb-article-author-cell vhb-article-caption\">von:<\/div>\n<div class=\"vhb-article-author-cell\">\n<ul>\n<li class=\"vhb-last-child\"><a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/juergen-dittberner\/6514302.html\" rel=\"author\">J\u00fcrgen Dittberner<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"vhb-article-author-row\">\n<div class=\"vhb-article-author-cell vhb-article-caption\">Datum:<\/div>\n<div class=\"vhb-article-author-cell\">\n<ul>\n<li class=\"vhb-last-child\">26.08.2016 08:12 Uhr<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/ria.ru\/world\/20160831\/1475710463.html\">\u041f\u043e \u0420\u0443\u0441\u0441\u043a\u0438\u0439<\/a><\/p>\n<p>Merkel ist bald elf Jahre im Amt. Wie hat sich das Land unter ihr ver\u00e4ndert? Parteienforscher Dittberner hat die Gro\u00dfe Koalition und die Kanzlerin von Beginn an beobachtet \u2013 und zieht eine ern\u00fcchternde Bilanz. Ein Gastbeitrag.<\/p>\n<p>Nach der nationalen Katastrophe von 1945 entstand im Westen Deutschlands eine Republik, die sich durch Demokratie, Wohlstand, Friedfertigkeit und Ma\u00df auszeichnete. Nicht, dass den \u201eWestdeutschen\u201c alles in den Scho\u00df gelegt wurde. Alles wurde erarbeitet und nach und nach erk\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Doch nun wird so viel vertan.<\/p>\n<p>Der Parlamentarische Rat \u2013 dieses Ur-Gremium Westdeutschlands \u2013 schuf ein \u201eGrundgesetz\u201c \u2013 keine \u201eVerfassung\u201c \u2013 f\u00fcr die sp\u00e4tere Bundesrepublik. Darin wurden Lehren aus der j\u00fcngsten deutschen Geschichte fixiert: Dem hemmungslosen Zentralismus des untergegangenen \u201eF\u00fchrer\u201c-staates wurde ein wirkungsvoller F\u00f6deralismus entgegen gesetzt. Der Verachtung der politischen Parteien folgte deren Aufwertung. Viele Rechte des Staatsoberhauptes gingen an den Kanzler \u00fcber. Politisch Verfolgten wie zuvor die Juden oder Bibelforscher wurde Asyl angeboten. Vor allem aber: Im Mittelpunkt aller Politik sollte der Mensch, nicht die Nation oder der Staat stehen. \u201eDie W\u00fcrde des Menschen ist unantastbar.\u201c<\/p>\n<p>Die erste Bundesregierung unter Konrad Adenauer festigte den neuen Staat nach innen und au\u00dfen. Nach Innen setzte sie die \u00c4chtung des politischen Extremismus rechts und links durch, denn beim<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/themen\/bundesverfassungsgericht\" target=\"_self\">Bundesverfassungsgericht<\/a> in Karlsruhe beantragte diese Regierung, dass die rechte SRP einerseits und die linke DKP andererseits verboten w\u00fcrden. Sie war damit erfolgreich. Zugleich integrierte die Regierung die Bundesrepublik in die westliche Staatenwelt. \u201eWestintegration\u201c hie\u00df das.<\/p>\n<p>Heftig und oft au\u00dferparlamentarisch war der Streit um die Rolle des Milit\u00e4rs in den f\u00fcnfziger Jahren. Im Zuge der Westintegration wurde die Bundeswehr schlie\u00dflich gegen viel Widerstand gegr\u00fcndet &#8211; als Landesverteidigungsarmee und beherrscht von den Westm\u00e4chten einerseits sowie vom Bundestag anderseits. Der Militarismus fr\u00fcherer Zeiten sollte aus den Kasernen verbannt werden. Daf\u00fcr sorgte das Konzept des \u201eStaatsb\u00fcrgers in Uniform\u201c.<\/p>\n<p>Zugleich krempelten die Nachkriegsdeutschen die \u00c4rmel hoch. Sie bauten ihr Land wieder auf, schufen Stra\u00dfen, Fabriken und Handelsunternehmen. Der Wirtschaftsminister Ludwig Erhard setzte auf den gel\u00e4uterten Neoliberalismus und f\u00fchrte die \u201esoziale Marktwirtschaft\u201c ein. So, zudem befeuert durch die Wirtschaftshilfe des \u201eMarshallplanes\u201c der Amerikaner. entstand das \u201eWirtschaftswunder\u201c.<\/p>\n<p>Nach dem ersten Staatengr\u00fcnder Konrad Adenauer kam ein zweiter. Es war ein parteipolitischer Gl\u00fccksfall, dass der nicht Christ-, sondern Sozialdemokrat war: Willy Brandt. Nach Innen und Au\u00dfen verankerte er mit seiner Regierung die Bundesrepublik abermals. Unter dem Stichwort \u201eMehr Demokratie wagen\u201c f\u00fcllte er die formale Demokratie mit Inhalten. Ideen, Bewegungen und Initiativen kamen neben den bekannten politischen Institutionen auf das Feld der Politik und wurden dort akzeptiert. Flankiert von der \u201eWestintegration\u201c erfolgte die Auss\u00f6hnung mit dem Osten Europas, dem die Nazis viel Leid angetan hatten. Die \u201eNeue Ostpolitik\u201c sicherte den Frieden im einst kriegerischen Europa.<\/p>\n<p>So wurde Deutschland stark. Die fr\u00fchen Erben von Adenauer beherzigten die Lehren der Vergangenheit. Helmut Kohl spielte in Europa nicht den starken Mann, sondern stimmte sich mit kleinen Staaten ab, wenn es auf dem alten Kontinent um etwas Wichtiges zu gehen schien. An Kriegen der Westm\u00e4chte beteiligt er sich nicht; er kaufte sich frei. Im westlichen Ausland l\u00e4sterte man halb bewundernd, lange w\u00fcrde Westdeutschland das alles nicht bezahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDeutschlands beste Jahre k\u00f6nnten vorbei sein\u201c<br \/>\nDie Funktion der politischen Parteien wird neuerdings auf deren Kampagnenf\u00e4higkeit reduziert. Nicht der Wettbewerb der politischen Konzepte ist mehr ihre Aufgabe, sondern die Herstellung allgemeiner W\u00e4hlbarkeit. Dabei saugt die CDU-Vorsitzende andere Parteien \u2013 vor allem die SPD \u2013 aus, um im Staate an der Macht zu bleiben. Kritiker nennen das \u201eBonapartismus\u201c.<\/p>\n<p>Einst hie\u00df es in Deutschland: \u201eNie wieder Krieg!\u201c Noch Helmut Kohl wusste, wieviel Elend durch Krieg entsteht. 1945 bis 1990 schien es, als k\u00f6nnte Deutschland ein Land werden, das aus eigener Hybris gelernt hatte und den Krieg als \u201eMittel der Politik\u201c ein f\u00fcr alle Mal \u00e4chtete. Unter Angela Merkel ist Schluss damit. Die Bundeswehr soll eine Interventionsarmee werden. Je mehr Auslandseins\u00e4tze sie hat, desto besser. Auch das kostbarste Erbe der alten Bundesrepublik ist verspielt.<\/p>\n<p>So vieles wird vertan! Aus der \u201eWestintegration\u201c wurde Kadavergehorsam vor allem gegen\u00fcber den USA. Die \u201eSoziale Marktwirtschaft\u201c wird ausgetestet mit staatlich verordnetem Mindestlohn, M\u00fctterrente und der Herabsetzung der Altersgrenze auf 63 Jahre. Aus \u201eMehr Demokratie wagen\u201c ist Kampagnenf\u00e4higkeit der Regierung und Homogenit\u00e4t der ver\u00f6ffentlichten Meinung geworden, \u201eOstpolitik\u201c hei\u00dft jetzt, Deutschland die F\u00fchrung in Europa \u00fcberlassen. Und \u201eFriede schaffen ohne Waffen\u201c gibt es nicht mehr, denn Krieg ist erlaubt.<\/p>\n<p>Wie so oft in der Welt, so geschah es mit Deutschland nach 1945.<\/p>\n<p>Erster Schritt: Aufbau.<\/p>\n<p>Zweiter Schritt: Die ersten Erben verwalten gut und wecken Begehrlichkeiten anderswo.<\/p>\n<p>Dritter Schritt: Sp\u00e4tere achten den Wert des Erbes nicht und bringen es durch.<br \/>\nArmes Deutschland, Deine besten Jahre k\u00f6nnten vorbei sein\u2026.<\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/gastbeitrag-deutschlands-beste-jahre-koennten-vorbei-sein\/14455286-3.html\">Source<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von: J\u00fcrgen Dittberner Datum: 26.08.2016 08:12 Uhr \u041f\u043e \u0420\u0443\u0441\u0441\u043a\u0438\u0439 Merkel ist bald elf Jahre im Amt. Wie hat sich das Land unter ihr ver\u00e4ndert? 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