Zbigniew Brzezinski, ein Name wie Donnerhall. Im Grunde steht er mittlerweile gleichbedeutend mit dem Konzept der Weltherrschaft des US-Imperiums. Er hat in vielen Büchern das US-Imperium beworben und vorausgesagt. Jetzt macht er einen sensationelle Wende und stellt fest: Die US-Weltherrschaft ist am Ende.
Von Dr. Christian Weilmeier
Diese 180-Grad-Wende hat knallharte Gründe: Die USA haben seiner Ansicht nach in Afghanistan, im Irak und gegen den Terror drei Kriege hintereinander verloren. Das Konzept einer totalen Dominanz der USA in der Welt, insbesondere auch in Eurasien, funktioniere auch deshalb nicht mehr, weil mit Russland und China zwei weitere Staaten inzwischen zu mächtig geworden sind.

Das ist aber noch nicht alles. Er sieht auch einen Aufstand der ehemaligen Kolonialvölker im Gange. Der islamische Extremismus sei der Beginn einer weltweiten Bewegung, die sich speist aus der Erinnerung an die Verbrechen der Kolonialmächte. Hier wird es interessant, weil er haarklein die Verbrechen Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Belgiens, der USA usw. aufzählt. Die Kopf-Ab-Herrschaft der Belgier im Kongo ebenso wie die brutale Herrschaft der Engländer und Franzosen im Nahen Osten und die Massaker der Engländer in Indien. Sogar die Ausrottung der indigenen Bevölkerung in Amerika kommt in seiner Aufzählung vor. Er kommt auf viele Millionen Tote. Jetzt käme der Umschwung und diese Völker nehmen Rache für die Verbrechen der Großmächte.
Jetzt müsse, so Brzezinski, schleunigst eine neue Weltordnung geschaffen werden unter Miteinbeziehung Russlands und Chinas, um zu verhindern, dass alles noch mehr der Kontrolle entgleitet. Die USA allein hätten dazu nicht mehr die Macht.
Ein bemerkenswertes Eingeständnis des wohl berüchtigsten US-Imperialisten Zbigniew Brzezinski. Bemerkenswert vor allem auch, weil er auf die westlichen Verbrechen hinweist, die gerne unter den Tisch gekehrt werden. In Frankreich z.B. gibt es dahingehend null Aufarbeitung oder gar Entschuldigung, im Gegenteil werden noch heute die ehemaligen Kolonien ausgeplündert. Es ist Zeit, die westliche Heuchelei und den westlichen Hochmut zu beenden. Es ist allerdings die Frage, ob sich Russland und China in ein solches Bündnis einfügen lassen oder nicht abwarten, bis der Westen noch mehr die Früchte seiner unseligen Vergangenheit ernten kann. Gut möglich, dass wir nicht nur vor einer geopolitischen, sondern auch vor einer ideologischen Epochenwende stehen. Es wird spannend.
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